Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist ein Verfahren in der Buchhaltung und dem Bilanzrecht. Ebenfalls Relevanz hat die Kapitalflussrechnung im Controlling.

Ziel der Kapitalflussrechnung ist es dabei, Transparenz über den Kapitalfluss - also den Zahlungsmittelstrom - in einem Unternehmen zu gewinnen.

100246_68061355.jpgDafür wird eine solche Kapitalflussrechnung meist in der Bilanz des Unternehmens aufgeführt, um dem Bilanzadressat einen Überblick über die Möglichkeiten des Unternehmens zu geben, in den nächsten Jahren finanziellen Gewinn zu erzielen, Verbindlichkeiten zu erfüllen und gegebenenfalls Ausschüttungen an die Anteilseigner vorzunehmen.

Um dies zu erreichen, verdeutlicht die Kapitalflussrechnung die im Unternehmen geschehenden Zahlungsmittelströme im Hinblick auf deren Art, Zusammensetzung und situationsbedingten Veränderungen.

Eine grundsätzliche rechtliche Pflicht zur Aufstellung einer Kapitalflussrechnung besteht nicht. Eine Ausnahme existiert insoweit lediglich für börsennotierte Mutterunternehmen in einem Konzern. Diese haben gemäß § 297 Abs. 1 des HGB dem Konzernanhang jeweils eine Kapitalflussrechnung hinzuzufügen.

Eine genaues, rechtlich geregeltes, Verfahren kennt die Kapitalflussrechung im Gegensatz zu der Mehrzahl der übrigen Bilanzrechnungen nicht.

Allerdings hat das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee mit Sitz in Berlin - welches als privates Rechnungslegungsinstitut im Sinne von § 342 HGB anerkannt ist - Richtlinien zu der Aufstellung einer Kapitalflussrechnung nach indirektem Verfahren herausgegeben, die im allgemeinen als verbindlich akzeptiert werden.

Eine solche indirekte Kapitalflussrechnung hat gegenüber der gewöhnlichen Gewinn- und Verlustrechnung nach den Regeln des HGB den Vorteil, dass nicht lediglich Aufwendungen und Erträge gegenüber gestellt werden.

Dieses Verfahren bietet nach allgemeiner betriebswirtschaftlicher Auffassung keine eindeutigen Rückschlüsse auf die wahre Finanzlage des Unternehmens, was dramatische Folgen - insbesondere im Hinblick auf Insolvenzverschleppungen und andere Insolvenzdelikte - haben kann.

100248_45496160.jpgDaher besteht die Notwendigkeit, wie bei einer Kapitalflussrechnung, die Einzahlungen und Auszahlungen des Unternehmens sowie die konkreten Zahlungsströme im Unternehmen zu untersuchen.

Bei einer solchen Kapitalflussrechnung kann es im Einzelfall zu Problemen in der Rechnungslegung kommen. Bekannte Probleme tauchen etwa auf, wenn Zahlungsströme analysiert werden müssen, die in einer fremden Währung geschehen sind.