Wertschöpfungsabgabe

Die Wertschöpfungsabgabe ist eine steuerliche Konstruktion, die insbesondere mit der steigenden Popularität der Linkspartei wieder an Bedeutung gewinnt.

Eingeführt wurde die Wertschöpfungsabgabe dabei erstmals durch den SPD Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Herbert Ehrenberg während der Regierungsperiode der sozialliberalen Koalition unter Willy Brand Ende der 70er Jahre.

98572_12680046.jpgZu dieser Zeit wurde die Wertschöpfungsabgabe ebenfalls als die Maschinensteuer oder der Maschinenbeitrag bezeichnet.

Herbert Ehrenberg wollte mit der Wertschöpfungsabgabe eine alternative Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherungsabgaben von Unternehmen schaffen.

Diese bestimmte sich seit jeher aus einer direkten Koppelung an die konkrete Lohnsumme des Unternehmens, also an die Bruttolohnsumme.

Sozialversicherungsbeiträge gelten damit steuerlich als Lohnnebenkosten. Dieser Zusammenhang führte zu erheblichen Anreizen Personal durch Maschinen oder andere Produktionsmittel zu ersetzen.

Darüber hinaus führte die starre Finanzierung der Sozialversicherung aus dem Arbeitseinkommen zu einer Belastung der Produktionsgrundlage “Arbeit”. Auch hierdurch wurden falsche Anreize für Verlagerung zum Kapitaleinkommen gesetzt.

Um diese Problematik zu beseitigen wollte Ehrenberg die Wertschöpfung des Unternehmens als neue Bemessungsgrundlage einführen. Damit war die Idee der Wertschöpfungsabgabe geboren.

Unter einer Wertschöpfung im Sinne der Wertschöpfungsabgabe versteht man dabei den durch die wirtschaftliche Unternehmenstätigkeit erzielten Zuwachs an Werten.

100245_95877863.jpgZur konkreten Bemessungsgrundlage der Wertschöpfungsabgabe muss dabei lediglich die Summe aller marktrelevanten Vorleistungen vom Umsatz des Unternehmens abgezogen werden.

Der aktuelle Ansatz der Wertschöpfungsabgabe ist dabei leicht abgewandelt. Nunmehr soll die Bemessungsgrundlage aufgrund des Pro-Kopf-Cashflows des Unternehmens berechnet werden.

Dieses Konzept der Wertschöpfungsabgabe sieht sich sieht jeher massiver Kritik gegenüber.

So werden zahlreiche Ökonomen der Wertschöpfungsabgabe genau den Effekt haben, der schließlich vermieden werden sollte.

So würde zum Beispiel durch die Wertschöpfungsabgabe letztlich der Faktor Kapital stärker von der Besteuerung betroffen was im Ergebnis zu einer Verringerung der Kapitalbildung, und damit zu einer geringeren Beschäftigungsquote, führen würde.

Insgesamt ist damit sehr fraglich, ob das gewünschte Ergebnis der Wertschöpfungsabgabe durch diese erreichbar ist oder ob das genaue Gegenteil erreicht wird.